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Baukasten, Miet-Website oder eigene Website: Der ehrliche Kostenvergleich über fünf Jahre

Was Baukasten, Miet-Website und eigene Website über fünf Jahre wirklich kosten, wem die Seite gehört und was bei Kündigung passiert – mit Rechnung.

„Website ab 0 €“, „Ihre Homepage für 39 € im Monat“, „Professionelle Website ab 800 €“ – drei Angebote, drei Modelle, und der Preis auf dem Etikett sagt wenig darüber, was du am Ende zahlst und was dir gehört. Hier die Rechnung über fünf Jahre, mit den Fragen, die die Anbieter nicht auf die Startseite schreiben.

Die drei Modelle

Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace, IONOS, Strato): Du baust selbst, aus Vorlagen, per Drag-and-drop. Kostenlos mit Werbung, ohne Werbung 12 bis 40 € im Monat. Die Website läuft nur auf der Plattform des Anbieters.

Miet-Website: Ein Anbieter – oft eine Agentur oder ein Franchise – baut die Website nach Vorlage und vermietet sie für 29 bis 99 € im Monat, häufig mit 12 bis 36 Monaten Mindestlaufzeit. Pflege und Hosting sind drin. Die Website gehört dem Anbieter.

Eigene Website vom Webdesigner oder einer Agentur: Einmal bezahlt, gehört dir – Code, Inhalte, Domain. Laufend zahlst du Hosting, 10 bis 20 € im Monat. Änderungen machst du selbst über ein Redaktionssystem oder lässt sie stundenweise machen.

Die Rechnung über fünf Jahre

Für eine Unternehmens-Website mit sechs bis acht Seiten, eigener Domain, ohne Werbung, ohne Shop:

Kostenpunkt Baukasten Miet-Website Eigene Website
Einmalig 0 € 0 – 500 € Einrichtung 800 – 1.500 €
Monatlich 25 € (Business-Tarif) 59 € (typischer Tarif) 15 € (Hosting)
Deine Arbeitszeit für den Aufbau 20 – 40 Stunden 2 – 4 Stunden 5 – 8 Stunden
Nach 1 Jahr 300 € 700 – 1.200 € 980 – 1.680 €
Nach 3 Jahren 900 € 2.100 – 2.600 € 1.340 – 2.040 €
Nach 5 Jahren 1.500 € 3.500 – 4.000 € 1.700 – 2.400 €
Gehört dir danach nein nein ja

Die eigene Arbeitszeit ist nicht eingerechnet. Beim Baukasten sind 20 bis 40 Stunden realistisch, wenn das Ergebnis brauchbar sein soll – bei 50 € Stundensatz weitere 1.000 bis 2.000 €, die in der Tabelle fehlen.

Die Miet-Website ist über fünf Jahre das teuerste Modell – und das einzige, bei dem am Ende nichts bleibt.

Die Fragen hinter dem Preis

Wem gehört die Website?

Beim Baukasten: dem Anbieter. Du kannst sie nicht exportieren, nicht umziehen, nicht anpassen, was die Vorlage nicht vorsieht. Bei der Miet-Website: dem Anbieter, ausdrücklich. Bei der eigenen Website: dir – wenn das im Angebot steht. Frag danach.

Wem gehört die Domain?

Die wichtigste Frage, und die am häufigsten übersehene. Viele Baukasten- und Miet-Anbieter registrieren die Domain auf sich. Kündigst du, verlierst du die Adresse – und mit ihr alle Rankings, alle Visitenkarten, den Link im Google-Profil. Regel: Die Domain registrierst du selbst, auf deinen Namen, bei einem Anbieter deiner Wahl. Immer.

Was passiert bei Kündigung?

Baukasten: Seite ist weg, Inhalte musst du vorher selbst kopieren. Miet-Website: Seite ist weg, oft auch Domain und E-Mail-Adressen, wenn sie über den Anbieter laufen. Eigene Website: nichts passiert – es gibt nichts zu kündigen, außer dem Hosting, und das ziehst du um.

Wie sieht es bei Google aus?

Baukästen sind für lokale Suchmaschinenoptimierung eingeschränkt: Ladezeit mittelmäßig, Struktur vorgegeben, strukturierte Daten meist nicht möglich, Seiten für einzelne Leistungen nur mit Aufwand. Miet-Websites sind Vorlagen – die gleiche Seite steht bei zehn anderen Betrieben, und Google bemerkt das. Die eigene Website lässt sich so bauen, dass sie für „Branche + Ort“ und für Leistungen gefunden wird. Was das konkret heißt: Local SEO in Sachsen.

Wie sieht es nach dem Launch aus?

Baukasten: Du machst alles selbst, inklusive Fehlersuche. Miet-Website: Änderungen sind meist drin, aber im Rahmen der Vorlage – ein Wunsch außerhalb kostet extra oder geht nicht. Eigene Website: kleine Änderungen selbst über das Redaktionssystem, größere stundenweise beim Webdesigner. Kein Vertrag nötig.

Wann welches Modell passt

Baukasten, wenn: du testen willst, ob du überhaupt eine Website brauchst; das Projekt privat oder ehrenamtlich ist; du gern selbst bastelst und Zeit hast; Google-Sichtbarkeit keine Rolle spielt. Dann aber: Domain selbst registrieren.

Miet-Website, wenn: eigentlich nie. Der einzige Vorteil – null Anfangsinvestition – wird nach 18 Monaten vom höheren Gesamtpreis aufgefressen. Wer die 800 € nicht auf einmal hat, kann beim Webdesigner nach Raten fragen; die meisten machen das.

Eigene Website, wenn: der Betrieb über Google Kunden gewinnen soll; die Seite länger als zwei Jahre laufen soll; du Kontrolle über Domain, Inhalte und Technik willst; du nicht jede Woche selbst dran arbeiten willst.

Der Wechsel vom Baukasten

Wer heute auf Wix oder Jimdo ist und wechseln will: Es gibt keinen Export. Texte und Bilder lassen sich kopieren, die Seite wird neu gebaut. Der Aufwand entspricht einem Neubau – 800 bis 1.500 € – und lohnt sich ab dem Moment, an dem die Website Kunden bringen soll.

Vorher klären: Gehört dir die Domain? Wenn sie über den Baukasten läuft, zuerst zu einem eigenen Anbieter übertragen (der Baukasten-Anbieter muss das ermöglichen, es dauert ein bis zwei Wochen). Erst dann die neue Seite live schalten, mit Weiterleitungen aller alten Adressen – sonst gehen die Rankings verloren. Die Schritte: Website-Relaunch-Checkliste.

Was die eigene Website bei mir kostet

Unternehmens-Website mit fünf bis zehn Seiten: 800 bis 1.500 € zum Festpreis, danach 10 bis 20 € im Monat für Hosting bei einem Anbieter deiner Wahl. Domain auf deinen Namen, Code und Inhalte gehören dir, Redaktionssystem mit Einweisung inklusive. Die Spanne für dein Projekt liefert der Preisrechner in zwei Minuten; alle Kostenfaktoren erkläre ich im Ratgeber Was kostet eine Website?

Häufige Fragen

Ist ein Baukasten für ein Unternehmen ausreichend?

Für einen Verein, ein Hobby oder eine Testphase ja. Für einen Betrieb, der über Google Kunden gewinnen will, selten: Die Vorlagen sehen sich ähnlich, die Ladezeit ist mittelmäßig, lokale Suchmaschinenoptimierung ist eingeschränkt, und die Seite lässt sich nicht mitnehmen, wenn du wechselst.

Was ist eine Miet-Website?

Ein Anbieter baut die Website und vermietet sie für 29 bis 99 € im Monat, oft mit Mindestlaufzeit. Du zahlst dauerhaft, die Seite gehört dem Anbieter. Kündigst du, ist sie weg – inklusive Inhalte und meist auch der Domain, wenn sie über den Anbieter läuft.

Warum ist die eigene Website über fünf Jahre günstiger?

Weil sie einmal bezahlt wird und danach nur Hosting kostet. 1.200 € einmalig plus 15 € im Monat sind nach fünf Jahren 2.100 €. Eine Miet-Website für 59 € im Monat kostet im selben Zeitraum 3.540 € – und gehört dir danach immer noch nicht.

Kann ich vom Baukasten zur eigenen Website wechseln?

Ja, aber nicht durch Export – Baukästen geben keinen brauchbaren Code heraus. Die Inhalte (Texte, Bilder) lassen sich übernehmen, die Seite wird neu gebaut. Wichtig: Die Domain muss dir gehören, sonst verlierst du beim Wechsel die Adresse und alle Rankings.

Was sollte ich in jedem Fall behalten?

Die Domain, auf deinen Namen registriert, bei einem Anbieter deiner Wahl. Sie ist der einzige Teil, der Rankings, Visitenkarten und Google-Profil zusammenhält. Nie über den Baukasten- oder Miet-Anbieter registrieren lassen.

In zwei Minuten weißt du, was deine Website kostet.