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Freelancer oder Agentur: Wer ist die bessere Wahl für deine Website?

Preise, Ablauf, Risiken und Betreuung im Vergleich – und eine ehrliche Antwort darauf, wann die Agentur besser ist.

Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meistens vorsichtig formuliert: „Warum sollte ich zu Ihnen statt zu einer Agentur?“ Die ehrliche Antwort ist: Das kommt darauf an. Ich bin Freelancer und habe ein Interesse daran, dass du dich für einen entscheidest. Deshalb bekommst du hier beide Seiten – inklusive der Fälle, in denen ich dir zu einer Agentur raten würde.

Was der Unterschied wirklich ist

Nicht die Qualität. Es gibt hervorragende Agenturen und miserable, hervorragende Freelancer und miserable. Der Unterschied liegt in der Struktur:

Eine Agentur ist ein Team mit Rollen: Vertrieb, Projektmanagement, Konzept, Design, Entwicklung, Text, manchmal Marketing. Jeder Auftrag durchläuft diese Stationen. Das ermöglicht große Projekte und Vertretung – und erzeugt Abstimmungsaufwand, Übergaben und Fixkosten, die im Preis stecken.

Ein Freelancer ist eine Person, die mehrere dieser Rollen selbst übernimmt. Bei mir: Konzept, Design, Entwicklung, Technik, SEO, Rechtstexte. Was ich nicht selbst mache – Fotografie, umfangreiche Texte, Illustration –, hole ich projektweise dazu. Das macht Abstimmung kurz und Preise niedrig, hängt aber an einer Person.

Der Vergleich in Zahlen

Für eine Unternehmens-Website mit acht Seiten, individuellem Design, Kontaktformular, Rechtstexten und Google-Unternehmensprofil – ein typisches Projekt für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder eine Kanzlei:

Kriterium Freelancer Agentur
Preis einmalig 800 – 2.000 € 3.000 – 8.000 €
Laufende Kosten Domain und Hosting, 10 – 20 €/Monat oft Wartungsvertrag 50 – 300 €/Monat
Dauer 2 – 4 Wochen 6 – 12 Wochen
Ansprechpartner einer, macht alles selbst Projektmanager, gibt weiter
Termin vor Ort üblich bei kleineren Projekten selten
Änderungen nach Launch Stundenweise, meist am selben Tag Ticket, Wartungsvertrag, Reaktionszeit laut SLA
Vertretung bei Ausfall keine, außer vertraglich geregelt ja
Haftung, SLA, Vertragswerk einfach ausgeprägt
Eigentum an Code und Inhalten üblich üblich, aber im Vertrag prüfen

Die Preisdifferenz entsteht nicht durch billigere Arbeit, sondern durch das, was nicht mitbezahlt wird: Büro in Dresden-Neustadt, Vertriebsmitarbeiter, Projektmanager, Vorlaufkosten für Pitches.

Wann die Agentur die bessere Wahl ist

Ich rate zu einer Agentur, wenn eines davon zutrifft:

  • Das Projekt braucht mehrere Spezialisten gleichzeitig. Ein Onlineshop mit 2.000 Produkten und Warenwirtschaftsanbindung, eine Kampagne mit Film, Anzeigen, Landingpages und Social Media, ein Portal mit Nutzerkonten und Schnittstellen.
  • Du brauchst garantierte Reaktionszeiten. Wenn ein Ausfall der Website pro Stunde Umsatz kostet, brauchst du einen Vertrag mit Vertretung und SLA. Ein Freelancer kann krank sein.
  • Du hast einen Konzern-Freigabeprozess. Marketing, Recht, Geschäftsführung, Betriebsrat – Abstimmung über Wochen. Das ist Projektmanagement-Arbeit, die eine Agentur einpreist und kann.
  • Du willst eine Marke von Grund auf entwickeln. Name, Logo, Bildsprache, Tonalität, Website, Print – das ist ein Agentur-Projekt mit Strategie-Teil.

Wann der Freelancer die bessere Wahl ist

Und ich rate zum Freelancer – nicht zwingend zu mir –, wenn:

  • Du ein kleines oder mittleres Unternehmen bist. Handwerk, Praxis, Kanzlei, Salon, Ferienvermietung, Dienstleistung. Die Anforderungen sind überschaubar, die Agentur-Struktur wäre Ballast.
  • Du direkt mit dem Menschen sprechen willst, der die Arbeit macht. Ohne Übersetzung durch einen Projektmanager, ohne dass Änderungswünsche über drei Schreibtische gehen.
  • Das Budget unter 3.000 € liegt. Dafür bekommst du bei einem guten Freelancer eine komplette, individuelle Website. Bei einer Agentur ein Template-Projekt oder gar kein Angebot.
  • Du nach dem Launch flexibel bleiben willst. Änderungen stundenweise statt Wartungsvertrag, Erweiterungen nach Bedarf.

Das Risiko beim Freelancer – und wie du es absicherst

Das eine echte Risiko ist die Abhängigkeit von einer Person. Wenn der Freelancer krank wird, aufhört oder unerreichbar ist, steht das Projekt. Vier Dinge, die das Risiko klein halten – und die du vor der Beauftragung abfragen solltest:

  1. Eigentum. Code, Domain, Hosting-Zugang, Inhalte gehören dir. Nicht dem Freelancer, nicht einer Plattform. Das steht im Angebot.
  2. Standard-System. Die Website läuft auf einem verbreiteten CMS oder in sauberem, dokumentiertem Code – so, dass jeder andere Entwickler sie übernehmen kann. Kein Eigenbau-System, das nur einer versteht.
  3. Übergabe. Du bekommst eine kurze Dokumentation: wo liegt was, wie ändere ich Texte, wer ist der Hoster, wann läuft die Domain aus.
  4. Erreichbarkeit. Vereinbarte Reaktionszeit für Änderungen – bei mir ein Werktag – und ein Vertretungskontakt für Notfälle.

Wer diese vier Punkte klärt, hat beim Freelancer kein höheres Risiko als bei einer kleinen Agentur, bei der auch nur zwei Leute den Code kennen.

Der Mittelweg: Freelancer mit Netzwerk

Die meisten Freelancer arbeiten nicht allein. Für Fotos hole ich einen Fotografen aus Pirna oder Dresden, für umfangreiche Texte eine Texterin, für Illustrationen einen Grafiker – projektweise, mit einer Rechnung und einem Ansprechpartner: mir. Das ist für kleine und mittlere Projekte die Struktur mit dem besten Verhältnis: Spezialisten, wo sie gebraucht werden, keine Fixkosten, wo nicht.

Woran du beide erkennst – die guten und die schlechten

Egal ob Agentur oder Freelancer, die Warnsignale sind dieselben:

  • Kein Festpreis, sondern „Aufwand nach Stunden, wir schätzen mal“.
  • Keine erreichbaren Referenzen – nur Screenshots.
  • Die eigene Website ist langsam, veraltet oder ein Baukasten.
  • Auf die Frage „Was kann schiefgehen?“ kommt: „Nichts.“
  • Miet-Modell: Die Website gehört dir nicht, Kündigung heißt alles weg.
  • SEO-Versprechen: „Platz 1 bei Google in vier Wochen“.

Zwölf konkrete Fragen für das Erstgespräch stehen im Artikel Webdesigner finden: 12 Fragen vor der Beauftragung. Was ein Projekt bei mir kostet und wie es abläuft, steht auf der Seite Website erstellen – oder in zwei Minuten im Preisrechner.

Häufige Fragen

Ist ein Freelancer immer günstiger als eine Agentur?

Fast immer, bei vergleichbarer Leistung um den Faktor zwei bis vier. Der Grund sind nicht niedrigere Stundensätze, sondern fehlende Fixkosten: kein Büro, kein Vertrieb, kein Projektmanager, der mitbezahlt wird. Ausnahme: sehr gefragte Spezialisten, die Agentursätze aufrufen.

Was passiert, wenn der Freelancer krank wird oder aufhört?

Das ist das echte Risiko. Es lässt sich absichern: Code und Zugänge gehören dir, die Website läuft auf einem Standard-System, das jeder andere Entwickler übernehmen kann, und du bekommst eine Dokumentation. Frag das vor der Beauftragung – ein seriöser Freelancer beantwortet es gern.

Wann ist eine Agentur die bessere Wahl?

Bei Projekten, die mehrere Spezialisten gleichzeitig brauchen: großer Onlineshop mit Warenwirtschaft, Kampagne mit Film, Text, Anzeigen und Website, Konzern-Website mit Freigabeprozessen. Und wenn du eine Vertragspartei mit Haftung, Vertretung und garantierten Reaktionszeiten brauchst.

Woran erkenne ich einen guten Freelancer?

Referenzen mit erreichbaren Kunden, ein Festpreisangebot mit klarem Umfang, ehrliche Antworten auf die Frage „Was kann schiefgehen?“, eigene Website in Ordnung, Antwort innerhalb eines Tages. Zwölf konkrete Fragen stehen im Artikel „Webdesigner finden“.

Kann ich mit einem Freelancer auch später wachsen?

Ja, solange die Website auf einem offenen System gebaut ist. Ein guter Freelancer zieht bei Bedarf Fotografen, Texter oder einen zweiten Entwickler hinzu – projektweise, ohne Agenturstruktur.

In zwei Minuten weißt du, was deine Website kostet.