Webdesigner finden: 12 Fragen, die du vor der Beauftragung stellen solltest
Woran du einen guten Webdesigner erkennst: 12 Fragen fürs Erstgespräch, Warnsignale im Angebot und was ein faires Angebot enthalten muss.
Die Suche nach einem Webdesigner beginnt meist mit einer Google-Suche und endet mit drei Angeboten, die sich nicht vergleichen lassen: eines für 900 €, eines für 4.500 €, eines „nach Aufwand“. Der Preis sagt wenig. Was zählt, sind die Antworten auf zwölf Fragen – und ich beantworte sie für mich gleich mit, damit du siehst, wie eine ehrliche Antwort aussieht.
Bevor du fragst: dein Projekt in fünf Sätzen
Vergleichbare Angebote bekommst du nur, wenn alle Anbieter dasselbe wissen. Schreib vorher auf:
- Was macht dein Unternehmen, und wer soll die Website besuchen?
- Was soll die Website erreichen – Anfragen, Buchungen, Bewerbungen, Verkäufe?
- Welche Seiten brauchst du ungefähr? (Start, Leistungen, Team, Kontakt, …)
- Was gibt es schon – Logo, Texte, Fotos, bestehende Website?
- Bis wann soll sie fertig sein, und was ist dein Budget-Rahmen?
Fünf Sätze reichen. Wer sie an drei Anbieter schickt, bekommt drei Angebote, die sich vergleichen lassen.
Die 12 Fragen
1. Kann ich mit Kunden sprechen, für die Sie gearbeitet haben?
Screenshots sind kein Beleg. Ein guter Webdesigner nennt dir zwei Kunden, die du anrufen darfst, oder zeigt Bewertungen mit Namen. Bei mir: Die Referenzen verlinken die Websites, die Kunden sind erreichbar, und die Bewertungen bei Google stehen unter echtem Namen.
2. Was kostet es – als Festpreis?
„Nach Aufwand“ heißt: Du trägst das Risiko. Ein Festpreis mit beschriebenem Umfang heißt: Der Anbieter trägt es. Frag, was passiert, wenn es länger dauert – und was, wenn du dir etwas anders überlegst. Bei mir: Festpreis nach Erstgespräch, Änderungswünsche außerhalb des Umfangs werden vorher benannt und beziffert.
3. Was genau ist im Preis enthalten?
Design, Umsetzung, Texte, Fotos, Rechtstexte, Kontaktformular, Google-Unternehmensprofil, Einweisung, Hosting-Einrichtung – jedes davon ist bei manchen Anbietern extra. Lass dir eine Liste geben. Bei mir: Design, Umsetzung, Formular, Rechtstexte, Google-Profil, Einweisung sind drin. Texte und Fotos nach Absprache.
4. Gehört mir die Website danach?
Die wichtigste Frage bei Miet-Modellen. „Website ab 39 € im Monat“ bedeutet oft: Kündigung heißt alles weg. Frag nach Eigentum an Code, Domain, Inhalten und Zugängen. Bei mir: Alles gehört dir, ab dem Tag der Bezahlung.
5. Auf welchem System läuft die Website, und kann ein anderer sie übernehmen?
Ein verbreitetes CMS oder sauberer, dokumentierter Code – so, dass du nicht auf ewig an diesen einen Anbieter gebunden bist. Eigenentwicklungen, die nur einer versteht, sind ein Risiko. Bei mir: Grav CMS oder Laravel, beides offen und dokumentiert; du bekommst Zugänge und eine Übergabe.
6. Wie läuft das Projekt ab, und wann sehe ich was?
Wer erst am Ende die fertige Seite sieht, kann nichts mehr ändern. Der Ablauf sollte drei Freigaben haben: Struktur, Design, fertige Seite. Bei mir: genau diese drei, plus regelmäßige Zwischenstände per Testlink – der ganze Ablauf steht in So arbeite ich.
7. Wie lange dauert es?
Eine realistische Antwort für eine Unternehmens-Website mit 5 bis 10 Seiten liegt zwischen zwei und sechs Wochen. „Nächste Woche fertig“ ist Baukasten, „drei Monate“ ist Agentur-Overhead. Bei mir: zwei bis vier Wochen, der Engpass sind meist die Inhalte.
8. Was passiert bei Google?
Die Frage trennt Gestalter von Webdesignern. Eine gute Antwort erklärt Struktur, Titles, Ladezeit, Ortsbezug und das Google-Unternehmensprofil – und sagt ehrlich, was erreichbar ist. Eine schlechte Antwort verspricht Platz 1. Bei mir: SEO-Grundlagen sind immer drin; was darüber hinaus sinnvoll ist, steht auf der Seite Suchmaschinenoptimierung für Betriebe.
9. Wie sieht Ihre eigene Website aus – und wie schnell lädt sie?
Die eigene Website ist das erste Arbeitsbeispiel. Ist sie langsam, veraltet oder ein Baukasten, wird deine nicht besser. PageSpeed Insights zeigt dir das in einer Minute – für jede Website, auch die des Anbieters.
10. Was passiert nach dem Launch?
Änderungen, Updates, Sicherheitslücken, neue Inhalte. Frag, was eine Änderung kostet, wie schnell reagiert wird und ob ein Wartungsvertrag Pflicht ist. Bei mir: Festpreis je Änderung, vorher genannt, Reaktion innerhalb eines Werktags, kein Vertrag nötig.
11. Ist die Website DSGVO-konform – und was heißt das konkret?
Eine gute Antwort nennt: Schriften lokal gehostet, Cookie-Banner nur wenn nötig, Datenschutzerklärung passend zu den eingesetzten Diensten, verschlüsselte Formulare. Eine schlechte Antwort: „Wir setzen ein Cookie-Plugin ein.“ Bei mir: siehe DSGVO-Checkliste – das ist die Liste, die ich selbst abarbeite.
12. Was kann schiefgehen?
Die Frage, die ehrliche Anbieter erkennt. „Nichts“ ist die falsche Antwort. Richtig ist etwas wie: „Wenn Texte und Fotos spät kommen, verschiebt sich der Launch. Wenn wir bei der Struktur zu viel wollen, wird die Seite unübersichtlich. Wenn der Hoster Probleme macht, kostet das Zeit.“ Wer Risiken benennt, kennt sie.
Warnsignale im Angebot
- Kein Umfang beschrieben – nur ein Preis oder nur ein Stundensatz.
- Miet-Modell ohne Eigentum an der Website.
- „SEO-Paket“ mit Rankinggarantie.
- Keine Referenzen mit Link, nur Bilder.
- Vorkasse zu 100 %.
- Der Anbieter hat deine Website nicht angeschaut, bevor er das Angebot geschrieben hat.
- Antwort auf deine Anfrage dauerte länger als drei Tage.
Was ein faires Angebot enthält
Ein Angebot, das du guten Gewissens annehmen kannst, hat:
- Eine Beschreibung des Umfangs – Seiten, Funktionen, Leistungen – die du verstehst.
- Einen Festpreis oder eine klar begrenzte Spanne.
- Einen Zeitplan mit den drei Freigabepunkten.
- Eine Regelung für Änderungswünsche außerhalb des Umfangs.
- Die Aussage, dass Website, Domain und Inhalte dir gehören.
- Zahlungsbedingungen: üblich sind 30 bis 50 % bei Auftrag, Rest bei Abnahme.
- Was nach dem Launch gilt: Preise für Änderungen, Reaktionszeit, Hosting.
Ob Freelancer oder Agentur die bessere Struktur für dein Projekt ist, habe ich im Artikel Freelancer oder Agentur? verglichen. Und wenn du die zwölf Fragen mir stellen willst: Erstgespräch, kostenlos, 30 Minuten per Video oder Telefon – in Pirna und Umgebung auch gern bei dir vor Ort.
Häufige Fragen
Wo finde ich einen Webdesigner in meiner Region?
Google mit „Webdesigner + Ort“, dann die Websites der Treffer selbst anschauen – sie sind das erste Arbeitsbeispiel. Dazu Empfehlungen von Betrieben, deren Website dir gefällt: Im Footer steht oft, wer sie gebaut hat. Handwerkskammer und IHK führen Verzeichnisse, sind aber nicht nach Qualität sortiert.
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Zwei bis drei. Mehr kostet Zeit und macht den Vergleich nicht besser, weil die Angebote selten denselben Umfang beschreiben. Wichtiger als die Zahl: Alle Anbieter bekommen dieselbe Beschreibung deines Projekts.
Was ist ein realistischer Preis?
Für eine Unternehmens-Website mit 5 bis 10 Seiten bei einem Freelancer 800 bis 2.000 €, bei einer Agentur 3.000 bis 8.000 €. Alles darunter ist Baukasten oder Template, alles darüber braucht eine Begründung im Umfang. Details im Ratgeber „Was kostet eine Website?“.
Muss der Webdesigner aus meiner Stadt sein?
Nein. Die meisten Website-Projekte laufen heute per Video, Telefon und E-Mail – du musst dafür nicht das Haus verlassen. Ein Webdesigner aus der Region hilft trotzdem: Er kennt den Markt, die Orte und die Suchbegriffe für lokales SEO. Wichtiger als der Ort ist, dass ihr euch versteht und der Webdesigner erreichbar bleibt.
Was, wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin?
Das regelt der Ablauf: Freigabe von Struktur, dann Design, dann fertiger Seite – jeweils mit Korrekturrunde. Wer erst am Ende die fertige Seite sieht, hat einen schlechten Prozess gekauft. Frag vorher, wie viele Abstimmungen im Preis enthalten sind.