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Welche KI-Crawler du durchlassen solltest – und welche nicht

Training und Antwort sind zwei verschiedene Dinge, und dieselbe Firma schickt für beides verschiedene Programme. Eine robots.txt zum Übernehmen, mit den Nebenwirkungen, die dabei niemand erwähnt.

Auf jede Website kommen inzwischen Programme, die nicht für Google arbeiten. Sie lesen Texte, um Sprachmodelle zu trainieren, oder um eine Frage zu beantworten, die gerade jemand gestellt hat. Das sind zwei völlig verschiedene Vorgänge – und der entscheidende Punkt ist: Dieselbe Firma schickt dafür verschiedene Programme mit verschiedenen Namen.

Wer das nicht trennt, sperrt entweder zu viel oder zu wenig. Hier steht, wer wirklich vorbeikommt, was jeder tut, und welche Entscheidung für einen kleinen Betrieb sinnvoll ist.

Die sieben, die zählen

Programm Firma Wofür
GPTBot OpenAI Trainingsdaten für künftige Modelle
OAI-SearchBot OpenAI Aufbau des Suchindex für ChatGPT-Antworten
ChatGPT-User OpenAI ruft eine Seite ab, weil ein Nutzer jetzt danach fragt
ClaudeBot Anthropic Inhalte für Claude
PerplexityBot Perplexity Index für Perplexity-Antworten
Google-Extended Google Training und Fundierung in anderen Google-Systemen, nicht in der Suche
Applebot-Extended Apple Training für Apple Intelligence

Der Unterschied zwischen Zeile 1 und den Zeilen 2 und 3 ist die ganze Diskussion in Kurzform:

  • Training heißt: Dein Text fließt in ein Modell ein. Du bekommst dafür nichts, nicht einmal eine Nennung.
  • Antwort heißt: Dein Text wird gelesen, um eine aktuelle Frage zu beantworten – oft mit Quellenangabe und Link, also mit der Chance auf einen Besucher.

Deshalb hat sich bei größeren Websites eine klare Linie durchgesetzt: Training sperren, Antwort erlauben. Auswertungen von robots.txt-Dateien größerer Websites zeigen rund 30 %, die genau so verfahren; das Sperren von GPTBot liegt seit einiger Zeit stabil bei etwa einem Viertel.

Gilt das auch für einen Betrieb mit zwölf Seiten?

Hier wird es unbequem, weil die Interessenlage eine andere ist als bei einem Verlag.

Ein Verlag verkauft Texte. Wenn ein Modell diese Texte umsonst lernt und die Antwort ohne Klick ausliefert, ist das ein direkter Verlust – deshalb sperren Verlage.

Ein Handwerksbetrieb verkauft keine Texte, sondern Dachdeckerarbeiten. Sein Interesse ist, dass möglichst viele Systeme wissen, dass es ihn gibt, was er macht und wie man ihn erreicht. Für ihn ist auch Training nicht klar nachteilig: Ein Modell, das gelernt hat, dass in Pirna ein bestimmter Betrieb Dächer deckt, kann ihn später nennen.

Faustregel: Wer mit Inhalten Geld verdient, sperrt Trainings-Programme. Wer mit Leistungen Geld verdient und gefunden werden will, lässt sie durch. Das ist keine technische, sondern eine geschäftliche Entscheidung.

Eine robots.txt, die man übernehmen kann

Für einen regionalen Betrieb, der gefunden werden will, ist die ehrlichste Datei die kürzeste – nämlich eine, die KI-Programme gar nicht erwähnt:

User-agent: *
Disallow: /admin/
Disallow: /intern/
Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Wer Training ausschließen und für Antworten erreichbar bleiben will:

# Training: nein
User-agent: GPTBot
Disallow: /

User-agent: Google-Extended
Disallow: /

User-agent: Applebot-Extended
Disallow: /

User-agent: CCBot
Disallow: /

# Antworten mit Quellenangabe: ja
User-agent: OAI-SearchBot
Allow: /

User-agent: ChatGPT-User
Allow: /

User-agent: PerplexityBot
Allow: /

User-agent: ClaudeBot
Allow: /

User-agent: *
Disallow: /admin/
Disallow: /intern/
Sitemap: https://deinedomain.de/sitemap.xml

Zwei Hinweise dazu, die in den meisten Vorlagen fehlen:

Die Reihenfolge ist egal, die Genauigkeit nicht. Ein Programm befolgt den Block, der seinen Namen am genauesten trifft. Der *-Block gilt nur für alle, die keinen eigenen Block haben.

Allow: / ist streng genommen überflüssig, weil ohne Verbot ohnehin alles erlaubt ist. Ich schreibe es trotzdem hin, weil die Datei damit dokumentiert, was jemand entschieden hat – und weil der Nächste, der sie öffnet, dann nicht rät.

Der Punkt, an dem alle Ratgeber schweigen

Aus Googles AI Overviews und dem AI-Modus gibt es keinen sauberen Ausstieg.

Google dokumentiert dafür keine eigene Abmeldung. Was gecrawlt und indexiert wird, kann in KI-Antworten der Suche landen; die Steuerung für Googlebot ist die Steuerung für die Suche insgesamt. Google-Extended wirkt ausdrücklich nur auf andere Google-Systeme.

Bleiben drei Werkzeuge, alle mit Nebenwirkung:

Mittel Wirkung Nebenwirkung
noindex Seite fällt aus Suche und KI-Funktionen Seite ist auch bei Google weg
nosnippet kein Vorschautext, keine Verwendung im KI-Kasten auch kein Vorschautext in den normalen Ergebnissen
max-snippet:50 begrenzt die Textmenge begrenzt sie auch in den normalen Ergebnissen
data-nosnippet schützt einzelne Absätze im HTML nur sinnvoll für einzelne Passagen

Für einen Betrieb, der über Google Anfragen bekommt, ist jeder dieser Tauschhandel schlecht. Der Vorschautext in den Suchergebnissen ist das, was den Klick auslöst. Wer ihn abschaltet, um nicht in einem KI-Kasten zu landen, verliert zuerst das Geschäft, das er hat.

Das einzige sinnvolle Einsatzfeld ist data-nosnippet für einzelne Passagen, die nirgends außerhalb der eigenen Seite auftauchen sollen – Preise unter Vorbehalt, interne Hinweise, Textstellen mit Namen Dritter.

Was robots.txt nicht kann

Die Datei ist als RFC 9309 standardisiert, aber die Befolgung bleibt freiwillig. Sie ist ein Schild, kein Zaun. Die großen Anbieter halten sich in der Regel daran; wer sich nicht daran hält, wird davon nicht abgehalten.

Wer echten Zwang braucht – weil ein Programm die Seite im Minutentakt abruft und Last erzeugt –, muss eine Ebene tiefer: Sperre im Webserver oder beim CDN, wo die Verbindung abgewiesen wird. Viele CDNs bieten dafür inzwischen einen Schalter, der KI-Programme unabhängig von der robots.txt blockt. Das ist wirksam, aber grob: Er trifft dann auch die Programme, die dir Besucher bringen könnten.

Die Empfehlung

Für die allermeisten meiner Kunden – Handwerk, Praxen, Kanzleien, Ferienvermieter – lautet sie: nichts sperren. Die Reichweite ist zu klein, die Trainingsfrage zu theoretisch, und der Schaden eines versehentlich zu weit gefassten Verbots ist real.

Sperren würde ich, wenn eines davon zutrifft:

  • Die Website ist selbst das Produkt (Fachtexte, Kursinhalte, Datenbanken).
  • Es stehen Inhalte drauf, die vertraglich nicht weiterverwendet werden dürfen.
  • Ein Programm erzeugt messbare Last – dann aber gezielt und auf Serverebene.

Und bevor du irgendetwas sperrst: Schau nach, wer tatsächlich vorbeikommt. Das steht im Serverlog, es kostet nichts, und es ist regelmäßig überraschend. Wie man das ausliest, ohne ein Werkzeug zu kaufen, ist das Thema eines eigenen Artikels in dieser Reihe.

Was du davon unabhängig prüfen solltest, steht im Selbsttest in zwölf Checks – Check 1 ist genau diese Datei.

Häufige Fragen

Verliere ich Sichtbarkeit, wenn ich GPTBot sperre?

In ChatGPT-Antworten nicht unbedingt, weil OpenAI dafür andere Programme einsetzt: GPTBot sammelt Trainingsdaten, OAI-SearchBot und ChatGPT-User holen Inhalte für aktuelle Antworten. Wer nur GPTBot sperrt, bleibt für Antworten grundsätzlich erreichbar. Ganz sauber ist die Trennung allerdings nicht, und sie kann sich ändern – deshalb prüft man das Log statt der Theorie.

Kann ich aus AI Overviews aussteigen und in der normalen Suche bleiben?

Nicht sauber. Google dokumentiert für AI Overviews und den AI-Modus keine eigene Abmeldung; wer in der Suche ist, ist auch dort. Die einzigen Hebel sind nosnippet, data-nosnippet und max-snippet – und die begrenzen auch die normalen Vorschautexte in den Suchergebnissen. Für einen Betrieb, der Anfragen über Google bekommt, ist das fast immer der schlechtere Tausch.

Was bewirkt Google-Extended?

Google-Extended steuert die Nutzung deiner Inhalte für Training und Fundierung in anderen Google-Systemen, etwa der Gemini-App. Auf die KI-Funktionen innerhalb der Google-Suche wirkt es nach Googles Dokumentation nicht. Wer Google-Extended sperrt, verliert also nichts in AI Overviews – und gewinnt auch nichts.

Ist robots.txt überhaupt verbindlich?

Nein. Die Datei ist als RFC 9309 standardisiert, aber die Befolgung ist freiwillig. Die großen Anbieter halten sich in der Regel daran, weil ein Verstoß teuer wäre. Wer echten Zwang will, braucht eine Sperre auf Server- oder CDN-Ebene – dort wird die Verbindung abgewiesen, statt um Zurückhaltung zu bitten.

Quellen

  1. AI Features and Your Website Google Search Central · abgerufen 13.09.2026
  2. Robots Exclusion Protocol (RFC 9309) IETF, September 2022 · abgerufen 13.09.2026
  3. We Analyzed robots.txt Across Cloudflare's Network: Publishers Now Block Training Bots and Allow Answering Bots TechnologyChecker, September 2026 · abgerufen 13.09.2026

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