Hosting für die Firmenwebsite: was du wirklich brauchst
Die langweiligste Entscheidung im Projekt, aber die mit der längsten Laufzeit. Was eine kleine Firmenwebsite an Hosting braucht, was sie nicht braucht, was es wirklich kostet – und worauf du beim Bestellen achten musst.
Hosting ist die langweiligste Entscheidung im ganzen Website-Projekt – und die mit der längsten Laufzeit. Die Seite wird alle fünf bis acht Jahre neu gebaut, der Hosting-Vertrag läuft oft zehn Jahre durch, weil sich niemand darum kümmert. Entsprechend lohnt es sich, ihn einmal richtig abzuschließen.
Dieser Ratgeber beantwortet drei Fragen: Was braucht eine normale Firmenwebsite wirklich? Was kostet das ehrlich gerechnet? Und worauf musst du beim Bestellen achten, damit du in zwei Jahren keine böse Überraschung auf der Rechnung hast.
Was eine Firmenwebsite wirklich braucht
Eine Unternehmens-Website mit fünf bis fünfzehn Seiten, Bildern, Kontaktformular und ein paar hundert Besuchern am Tag ist technisch anspruchslos. Diese Punkte entscheiden:
| Anforderung | Warum | Richtwert |
|---|---|---|
| Speicherplatz | Bilder und Backups, nicht der Code | 10–20 GB reichen |
| SSD oder NVMe | Antwortzeit hängt am Speicher | NVMe, wenn verfügbar |
| Aktuelles PHP | Sicherheit und Tempo | 8.2 oder neuer |
| SSL-Zertifikat | Pflicht, kein Extra | inklusive, automatisch verlängert |
| Backups | der Tag, an dem etwas schiefgeht | täglich, mindestens 7 Tage zurück |
| E-Mail-Postfächer | Adresse auf eigener Domain | 2–5 Stück |
| Serverstandort | Ladezeit und Datenschutz | Deutschland oder EU |
| AVV | Art. 28 DSGVO, formal Pflicht | online abrufbar |
Das übersehen die meisten: Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hoster ist keine Kür. Sobald auf deiner Seite ein Kontaktformular steht, verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten in deinem Auftrag. Seriöse Anbieter stellen den AVV im Kundenkonto zum Abruf bereit – wenn du ihn nicht findest, ist das ein Warnzeichen.
Was du nicht brauchst
Unbegrenzten Speicher. Eine Firmenwebsite mit hundert Bildern liegt bei 200 bis 500 MB. „Unbegrenzt" löst ein Problem, das du nicht hast, und unterliegt ohnehin einer Fair-Use-Grenze.
Einen eigenen Server. VPS oder Root-Server heißt: Du bist für Updates, Firewall und Mailserver verantwortlich. Ohne jemanden, der das monatlich macht, ist ein VPS unsicherer als jedes Shared Hosting.
Website-Baukasten im Paket. Wenn deine Seite von einem Entwickler kommt, brauchst du keinen KI-Builder dazu. Der Vergleich zwischen Baukasten, Miete und eigener Seite steht in einem eigenen Ratgeber.
Das größte Paket „für später". Hochstufen geht bei jedem Anbieter jederzeit. Herunterstufen selten.
Der Preis, ehrlich gerechnet
Hosting-Werbung nennt immer den Aktionspreis bei langer Vorauszahlung. Der reale Preis steht daneben, kleiner: der Verlängerungspreis. Ein typisches Beispiel, Stand September 2026:
| Aktionspreis | Verlängerung | Was drin ist | |
|---|---|---|---|
| Einsteiger | 2,99 €/Mon. bei 48 Monaten | 9,99 €/Mon. | 20 GB, 3 Websites, wöchentliche Backups |
| Mittel | 3,99 €/Mon. bei 48 Monaten | 16,99 €/Mon. | 50 GB NVMe, tägliche Backups, unbegrenzte Postfächer |
Gerechnet auf zehn Jahre bedeutet das: vier Jahre günstig, danach der volle Preis. Über die gesamte Zeit landest du bei durchschnittlich 7 bis 10 € im Monat – genau die Spanne, mit der ich in Website-Kosten rechne. Wer mit 2,99 € kalkuliert, kalkuliert falsch.
Zwei Dinge daraus:
- Lange Laufzeit nur, wenn der Anbieter passt. 48 Monate Vorauszahlung sind 48 Monate Bindung an eine Entscheidung, die du heute triffst.
- Kündigungsfrist notieren. Die Verlängerung kommt automatisch, oft mit dreifachem Preis. Ein Kalendereintrag zwei Monate vorher spart mehr als jeder Vergleich.
Welchen Anbieter ich einsetze
Ich lege Kundenprojekte bei Hostinger ab, wenn nichts dagegenspricht. Gründe: der Serverstandort Deutschland ist wählbar, tägliche Backups sind ab dem mittleren Tarif drin, die Oberfläche ist so aufgeräumt, dass meine Kunden ihr eigenes Postfach selbst anlegen können – und 30 Tage Geld zurück nehmen der Entscheidung das Endgültige.
Hostinger für eine normale Firmenwebsite
Für eine Website mit fünf bis fünfzehn Seiten reicht der mittlere Tarif: 50 GB NVMe, tägliche Backups, unbegrenzte Postfächer, CDN und SSL inklusive, ein Jahr Domain dazu. Beim Bestellen den Serverstandort Deutschland wählen, den Verlängerungspreis notieren und den Vertrag auf den eigenen Namen laufen lassen – nicht auf den deines Dienstleisters.
Werbelink: Bestellst du darüber, bekomme ich eine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts, und die Empfehlung steht hier, weil ich Hostinger selbst einsetze.
Das ist keine Alleinstellung, sondern eine Abwägung. Diese Anbieter setze ich je nach Projekt ebenfalls ein oder übernehme sie problemlos:
- All-Inkl – deutscher Anbieter, hervorragender Support am Telefon, etwas altmodische Oberfläche.
- Netcup – gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, Rechenzentren in Deutschland und Österreich, eher für technisch Versierte.
- IONOS – der Große, überall verbreitet, in der Verwaltung sperrig und im Support wechselhaft.
- Hetzner – erste Wahl, sobald es um einen echten Server für eine Anwendung geht, nicht um eine Website.
Wer bereits bei einem dieser Anbieter liegt und zufrieden ist, hat keinen Grund zu wechseln. Hosting ist kein Bereich, in dem man drei Euro Ersparnis mit einem Umzug bezahlt.
Der Vertrag gehört dir
Der wichtigste Punkt hat nichts mit Technik zu tun. Domain, Hosting und E-Mail laufen auf deinen Namen, nicht auf den deiner Agentur.
Wenn alles über den Dienstleister läuft, hängst du bei jedem Wechsel an dessen Mitarbeit: Zugangsdaten, Domain-Freigabe, Postfächer. Im ungünstigsten Fall an dessen Insolvenzverwalter. Das ist kein theoretisches Risiko – es ist der häufigste Grund, warum Website-Umzüge bei mir länger dauern als geplant.
So mache ich es: Du legst das Konto an, ich bekomme einen Zugang als zusätzlicher Nutzer und richte alles ein. Endet die Zusammenarbeit, entziehst du mir den Zugang und alles läuft weiter. Mehr dazu unter So arbeite ich.
Umzug: was tatsächlich zu tun ist
Ein Wechsel ist bei einer normalen Website halb so wild – zwei bis vier Stunden, wenn man der Reihe nach vorgeht:
- Vollbackup beim alten Anbieter ziehen: Dateien und Datenbank, lokal speichern.
- Neues Paket anlegen, Seite dort hochladen und über eine Testadresse prüfen.
- Postfächer neu anlegen, alte Mails per IMAP kopieren – bevor DNS umgestellt wird.
- TTL der DNS-Einträge einen Tag vorher auf fünf Minuten senken.
- DNS umstellen, SSL neu ausstellen lassen, Formulare und Weiterleitungen testen.
- Alten Vertrag erst kündigen, wenn alles eine Woche sauber läuft.
Rankings leiden dabei nicht, solange die URLs gleich bleiben. Ändert sich die Struktur, gehören Weiterleitungen dazu – die Reihenfolge steht in der Relaunch-Checkliste.
Checkliste vor dem Bestellen
- Verlängerungspreis gelesen, nicht nur den Aktionspreis
- Serverstandort Deutschland oder EU wählbar
- AVV nach Art. 28 DSGVO im Kundenkonto abrufbar
- Tägliche Backups, mindestens sieben Tage zurück
- PHP 8.2 oder neuer einstellbar
- Vertrag läuft auf deinen Namen
- Kündigungsfrist im Kalender
Wenn alle Haken sitzen, ist die Bestellung eine Sache von zehn Minuten – hier geht es zu den Tarifen (Werbelink). Wenn du dir bei einem Punkt unsicher bist: Schreib mir die Anbieter-Seite, die du gerade offen hast. Zwei Minuten Lesen von meiner Seite sparen dir vier Jahre im falschen Tarif.
Häufige Fragen
Was kostet Hosting für eine Firmenwebsite?
Für eine normale Unternehmens-Website mit fünf bis zehn Seiten reichen 3 bis 10 € im Monat, dazu 10 bis 15 € im Jahr für die Domain. Rechne aber immer mit dem Verlängerungspreis, nicht mit dem Aktionspreis: Angebote wie 2,99 € im Monat gelten für die erste Laufzeit, danach sind es oft 10 € und mehr. Wer laufend 10 bis 20 € im Monat einplant, liegt über die Jahre richtig.
Reicht Shared Hosting oder brauche ich einen Server?
Shared Hosting reicht für die allermeisten Firmenwebsites. Ein eigener Server lohnt erst, wenn eine Anwendung dahintersteckt – Nutzerkonten, Schnittstellen, ein größerer Shop – oder wenn die Seite regelmäßig mehrere tausend Besucher am Tag hat. Alles darunter ist bezahlter Leerlauf plus Wartungsarbeit, die jemand machen muss.
Muss der Server in Deutschland stehen?
Rechtlich reicht die EU: Innerhalb der EU ist die Verarbeitung ohne Zusatzmaßnahmen zulässig. Deutschland oder ein Nachbarland bringt trotzdem zwei Vorteile – kurze Wege und damit eine niedrigere Antwortzeit, und weniger Erklärungsbedarf in der Datenschutzerklärung. Wichtiger als das Land ist der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
Auf wessen Namen sollte der Vertrag laufen?
Auf deinen. Domain, Hosting und E-Mail gehören zum Betrieb, nicht zum Dienstleister. Läuft alles über die Agentur, hängst du bei jedem Wechsel an deren Mitarbeit – im schlimmsten Fall auch an deren Insolvenz. Ich richte Zugänge deshalb grundsätzlich auf den Namen meiner Kunden ein und lasse mich höchstens als zusätzlichen Nutzer eintragen.
Kann ich später den Anbieter wechseln?
Ja, bei einer normalen Website ist das eine Sache von zwei bis vier Stunden: Dateien und Datenbank kopieren, Postfächer neu anlegen und abholen, DNS umstellen, SSL neu ausstellen. Der Haken sind nicht die Daten, sondern Laufzeiten – viele Aktionspreise gelten nur bei 24 oder 48 Monaten Vorauszahlung. Vor dem Umzug also prüfen, wie lange noch bezahlt ist.